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Schluss mit dem Massenwahn am Fassweinmarkt - Gesundschrumpfen ist angesagt


Es ist an der Zeit, Klartext zu sprechen, was den Fassweinmarkt betrifft:

Zahlreiche Flaschen-produzierende Weingüter stellen sich selbst ein Bein.


Statt sich auf die Erschließung innovativer Vermarktungskanäle zu konzentrieren, fluten sie den Markt mit billigem Fasswein und untergraben damit paradoxerweise ihren eigenen, lukrativen Flaschenweinmarkt.


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Diese Praxis, getrieben von einer veralteten Wachstumsdoktrin, wird in der aktuellen Phase weltweiter Überproduktion zu einer gefährlichen Falle.



Die Logik ist so einfach wie brutal:

Durch den Verkauf von Fasswein zu Schleuderpreisen setzen die Weingüter sich einem Preiskrieg aus, den sie nicht gewinnen können. Eure Betriebe sind nicht für 70 Cent pro Liter ausgelegt, warum spielt ihr dieses Spiel? Ist es denn wirklich so geil einen großen aber defizitären Betrieb zu führen?


Wenn deine Margen bereits dünn sind, warum kommst du eigentlich auf die Idee, eine Erhöhung der Erntemenge würde das Problem lösen? Wie wird das wohl enden? Mit noch tieferen Preisen und damit dem Absägen des eigenen Astes, auf dem du sitzt?


Wir Deutschen sind eh schon ein schwieriges Weinpublikum und kaufen am liebsten im Discounter. Und jetzt rate mal, wo deine Übermengen hingehen.


Übrigens, die Weine bei Aldi, Lidl und Co. sind für ihren Preis ziemlich gut. Kein Wunder, vermutlich sind deine Trauben enthalten.


Es wird Zeit, die "Wachsen oder weichen"-Mentalität in den Wind zu schießen.

Statt blind Produktionsmengen zu steigern, sollten Weingüter ihre Produktion intelligent anpassen und nur so viel herstellen, wie sie auch tatsächlich zu angemessenen Preisen verkaufen können.


Übermäßige Produktion, die nur darauf abzielt, leere Lager zu füllen oder kurzfristige Liquiditätslücken zu stopfen, ist eine kurzfristige Lösung, die langfristig zum Ruin führt.


Es ist leicht, anderen die Schuld zu geben oder darauf zu hoffen, dass der Konkurrent zuerst die Segel streicht.

Aber echte Weitsicht und Geschäftssinn erfordern es, bei sich selbst anzufangen.


Weingüter, die jetzt umdenken und aufhören, den Markt mit Billigwein zu überschwemmen, werden diejenigen sein, die gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.


Gesundschrumpfen ist das Gebot der Stunde!

Statt defizitäre Weine zu Dumpingpreisen an Kellereien abzugeben, solltest du nach Möglichkeit einfach überschüssige Fläche reduzieren.


Gerade bei Pachtflächen kann das Einstellen der Produktion wahre Wunder beim Betriebsergebnis bewirken.


Schwer zu verstehen ist das nicht, wenn du mit der Fläche 8.000 € verdienst, die dich im Jahr 11.000 € kostet, oder so ähnlich - unsere Kosten kennen wir ja traditionell nicht, weil bei all dem Produzieren keine Zeit mehr zum Rechnen bleibt.


Kurzum: Es ist höchste Zeit, dass echte Weingüter aufhören, ihre eigenen Märkte zu kannibalisieren.


Wer jetzt nicht handelt und seine Strategie überdenkt, wird sich später in einem umso größeren Meer von Billigwein wiederfinden, ohne das Rettungsboot der Qualität und Markentreue, das so essentiell für das Überleben in diesem hart umkämpften Markt ist.

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